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Schaut man jetzt aus dem Fenster der oberen Etage unseres Schusterbaus, durchdringt aus dem Hintergrund ein sattes Blau das Blattwerk der Bäume. Wie viel Kraft, Geduld und Hingabe diese Farbe jedoch in der Summe bedeutet, wussten bis zum 30.04.2022, als die sehnsüchtig erwartete offizielle Eröffnung des Stadions endlich nicht mehr nur eine  Zukunftsvision darstellte, nur wenige.

Eine Vision verband die Menschen, die sich am 5.3.2020 in unserer Großsporthalle zusammengefunden hatten und mit Einigkeit ihr Engagement und ihre Expertise in den verschiedenen Fachbereichen in die Waagschale warfen, um dieses große Ziel zu erreichen. An diesem Tag nahm Herr Bürgermeister Alexander Wirth stellvertretend für die Gemeinde einen symbolischen Scheck entgegen, der im Rahmen des Sonder-Investitionsprogramms „Sportland Hessen“ zur Sportstättensanierung übergeben wurde.

Am Eröffnungstag durfte er dann stolz präsentieren, welches Ergebnis durch diese Gelder erzielt werden konnte. Ein Traum in Blau – unsere NEUE Farbe der Hoffnung.

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In seiner Rede hieß Herr Wirth alle anwesenden Sportbegeisterten willkommen. Unter anderem fanden Vize-Regierungspräsident Herr Dr. Wachter und der Landrat Herr Warnecke den Weg nach Obersuhl zur Wiedereröffnung der hiesigen Sportstätte. Diese erhielt nicht nur eine optische Sanierung, sondern wurde dazu mit einem würdevollen Namen geehrt. Von nun an trainieren Vereine, Schülerinnen und Schüler im Günther – Schlosser – Stadion. Diese Namensweihe war einer Vielzahl von Menschen ein sehr großes Bedürfnis. In ihm sehen sie den Visionären, dessen unermüdlicher Einsatz für Sport und Begegnung den Grundstein für das Sportstättenzentrum mit dem Stadion als zentralen Punkt erst wahr werden lassen konnte. Herr Schlosser ist nicht nur als Lehrer und späterer Schulleiter der Blumensteinschule weit über die Obersuhler Ortsgrenze bekannt. Viele wissen, dass seine Vita noch zahlreiche andere imposante Stationen enthält und zum Ziehen des sinnbildlichen Hutes einläd. So war er „nebenbei“ der 1. Abteilungsleiter des TVO Leichtathletik im Bereich Mittelstrecke und zählte zu Deutschlands Olympiastützpunkttrainern, durch den einige Leichtathletik-Rohdiamanten den letzten Schliff erfuhren. Zu seinen geförderten Talenten zählt auch die Spitzensportlerin Margit Klinger, die 1984 zu den Olympischen Spielen nach Los Angeles reiste und Obersuhl in die Vereinigten Staaten brachte. Auch sie profitierte von der 1971 eingeweihten Kunststofflaufbahn und umkreiste das Stadion wahrscheinlich in einer nicht mehr bezifferbaren Anzahl. Durch ihre Anwesenheit zur Eröffnung zollte sie Herrn Schlosser und der vergangenen Zeit Tribut.

Damals war diese Sportstätte ein wahres Unikat. In Hessen suchte man vergebens nach etwas Vergleichbarem, auf Bundesebene wurde man nur noch einmal fündig, wollte man auf einer derart modernen Tartanbahn zu trainieren. Dass ein Gemeinderatsbeschluss aus dem Jahr 1965 Obersuhl zu einem Schulstandort erwachsen lassen würde, ahnten damals sicher nur wenige. Doch Taten – ganz besonders die des Günther Schlossers – bildeten die Basis dessen, was wir jeden Tag sehen und genießen dürfen. 1974 wurde dann die Großsporthalle dem Stadion ergänzt. Kann man sich Obersuhl ohne sie vorstellen? Doch auch damit wollte man das Großprojekt Sportstättenbau noch nicht als beendet ansehen, wie die Eröffnung des hiesigen Hallenbades im Jahr 1977 zeigte. Nicht zuletzt aufgrund dieser sportlichen Erfolgsgeschichte war der Wunsch nach einer intakten Laufbahn groß – um das Andenken zu wahren und neuen Talenten die Chance auf Weiterentwicklung zu geben.

Luisa Wunn des TVO gehörte zu den überzeugendsten und durchsetzungsfähigsten Stimmen im Sanierungsprozess. Sie hatte die Idee der blauen Lauffläche, der Farbe des TVO – und nun kann diese einfach nicht übersehen werden und spornt hoffentlich zu neuen Bestzeiten an. Rekorde sind dazu da, gebrochen zu werden! Dass die Laufstrecke im Berliner Olympiastadion die gleiche Farbe trägt, könnte hierbei eine willkommene Unterstützung darstellen. Wenn das nicht zu Höchstleistungen anspornt… Frau Wunns Freude über das Stück blauer Tartanbahn, welches sie als Dankeschön und Würdigung überreicht bekam, war von ihrem Gesicht abzulesen. Auch Frau Rudschewski zeigte sich überaus glücklich über das Ende der aus sportlicher Sicht langen Durststrecke. Endlich können auch wieder die Blumensteinschüler das Flair eines Stadions genießen, ohne Angst vor Stolperfallen zu haben. Der jetzige 10. Jahrgang durfte tatsächlich nie dort Sport treiben! Jetzt aber! Ein zusätzlicher Motivationsschub für all unsere Sportlehrerinnen und -lehrer!

Im Anschluss an den Festakt wurde dem TVO eine 3000 Euro teure Zeitmessanlage durch die Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg übergeben. Und die musste natürlich gleich eingeweiht werden! Denn wie lässt sich eine Tartanbahn in einem Stadion besser begrüßen als mit zahlreichen flinken Füßen, die darüber hinwegzufliegen scheinen?

Ein wahrhaft gelungener Vormittag, der erst ein kleiner Vorgeschmack dessen ist, was noch folgen wird. Begeisterungs- und Anfeuerungsrufe, Siegerehrungen, glückliche Gesichter über hoffentlich viele viele Jahre hinweg. Damit noch viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene dieses Blau genießen dürfen, müssen wir alle gemeinsam darauf Acht geben.

Wir dürfen stolz auf diese prachtvolle Bahn sein, die ganz besonders ist. Deshalb ist die Farbe so treffend gewählt. Besondere Menschen haben 1971 den Grundstein gelegt, besondere Menschen führten dies zu einem glücklichen Abschluss und weitere besondere Menschen werden auch zukünftig diese Vision weitertragen.

Und diese Farbe soll uns stets alle daran erinnern…

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